Wenn die Seele die Zähne zusammenbeißt
WerSchwierigkeiten im Job oder mit dem Partner hat, der kaut seine Probleme mit Freunden oft stundenlang durch. Manche Menschen scheinen diese bewährte Stressbewältigungsstrategie aber allzu wörtlich zu nehmen. Sie knirschen, vor allem nachts, heftig mit den Zähnen oder pressen Ober- und Unterkiefer so stark zusammen, dass dabei erhebliche Schäden am Gebiss entstehen können. Die Zähne werden dabei regelrecht abgekaut.
Beimleeren Kauen oder nächtlichen Zähneknirschen (Bruxismus) können Kräfte von bis zu 400 Kilogramm auf die Kieferknochen wirken.
Dochdamit nicht genug: Durch die ständige Überlastung beim Knirschen und Pressen verändert sich auch die Struktur der Kaumuskeln. Der Muskel verhärtet sich, es entstehen kleine schmerzhafte Knötchen und der Bewegungsablauf, das heißt das Zusammenspiel zwischen den Muskeln und Gelenken ist krankhaft verändert.
Wasbleibt, sind die Schäden an den Zähnen selbst. Der Fachmann erkennt sie an Abrasions-Facetten (glatt geschliffenen und glänzenden Zahnkanten).
Amhäufigsten sind Kopf- und Gesichtsschmerzen oder eine besondere Empfindlichkeit der Zähne am Morgen. Möglicherweise gehen auch Ohrgeräusche auf das Konto des Bruxismus. Die Ursachen für das Knirschen sind meist Stress, Schmerz- und Wutgefühle. Um das nächtliche Zähneknirschen in den Griff zu bekommen, gibt es zwei Therapiemöglichkeiten, die häufig miteinander kombiniert werden: nachts eine Aufbiss-Schiene aus Kunststoff tragen, welche die Zahnsubstanz schützt und die Verhaltenstherapie. Hauptbestandteil dieser Therapie ist die Selbstbeobachtung:
  • Wie halte ich Unterkiefer und Zähne?
  • Habe ich morgens empfindliche Zähne?
  • In welchen Fällen presse ich die Zähne häufiger zusammen?
    Solcheund ähnliche Fragen sollen sich die Betroffenen immer wieder stellen, um ihre Selbstwahrnehmung zu schärfen.

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